Samstag, 19. Januar 2008 19:58
Liebes Tagebuch!
Nachdem gestern Bartechnisch schon nix lief, wird das wohl heute auch nix werden. Der Präsi rückt an. Ja, so hart kann das Trainingslagerleben sein. Training, Regeneration, Obst und Gemüse, kein Alkohol und 23.00 im Bett liegen. Zum Glück haben wir inzwischen wieder Internet, Marco hat die Saiten von Daniel Kraus’ inzwischen zweiteiliger Gitarre als Kabel benutzt. Respekt.
Heute war also wie immer so gegen 6:30 aufstehen angesagt. An schlafen ist bei dem Gejammer, das von draussen reindringt, eh nicht mehr zu denken. Das wird einem erst richtig klar, wenn die Gebetsmusik nicht mit der Dröhnland-Symphonie ein unheilvolles Duett eingeht. Als erstes muss natürlich wieder gecheckt werden, ob Schuhe und Socken zahnpastafrei sind; und noch bevor die Haare gegeelt und die Brusthaare rausgezupft werden, steht der erste Strandlauf an. Der dient ja normalerweise dazu, den vorangegangenen Abend aus Kopf und Leber zu bekommen oder mit den Kollegen puzzelweise die Geschehnisse des letzten Abend zusammenzubasteln, aber heute war das einfach nur nervige Lauferei.
Danach ist erstmal ein bisschen Pause bis zum ersten Training, denn das Frühstück steht an. Sami Allagui ist echt gut dabei, mit Orangen zu jonglieren, Omo hat seine Talente eher beim werfen selbiger durch den Saal. Was soll man auch sonst damit anstellen, essen etwa? Besonders spannend ist das alles nich und dann steht auch schon wieder Training an. Ihr wisst schon, daß ist die Zeit, in der wir versuchen, mit unsere Quadratfüssen was sinnvolles mit dem runden Ding anzustellen. Manchmal gelingt uns das, meistens aber irgendwie nich. Hauptsache einer von uns hat Ziegner getunnelt. Dann hat der wieder den ganzen Tag schlechte Laune. Schön.
Gestern kam dann wie gesagt die Präsi-Delegation an und da hieß es, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Also mal das T-Shirt reinstecken, gute Manieren zeigen, keien Streiche spielen und im Training ein bisschen anstrengen. Das klappt gut und der Präsi ließ auch mal ein Lächeln durchblicken. Jungs, ich bin stolz auf euch.
Jetzt ist es Freitag abend, wir hocken hier auf den Zimmern und können nix machen. Es könnte ja jederzeit der Präsi reinplatzen. Argh. Was kann man da tun? Kniffeln, Mensch ärgere dich nicht oder Scabble spielen? Das geht mit diesen Spaßbremsen eh nicht, gibt doch bei jedem ungewöhnlichen Wort gleich stundenlange Streiterein. Wollten die doch letztes mein tolles Wort “Humorhass” nicht anerkennen. Dachten wahrscheinlich, sie wären damit gemeint. Und als ich da noch ein schönes “Verein” dranhängen wollte und damit mal locker den Wortwert verdreifacht hätte, flogen gleich die Buchstaben in meine Richtung. Aber Holzner “Quitschibo” is wohl besser, nur weil er das mal bei den Simpsons gesehen hat? Naja, müssen wir halt wieder die Glotze anmachen.
Frustrierte Grüße aus Belek, bis denn.