Geheimes Tagebuch (9): Donnerstag, Teil 2
Freitag, 18. Januar 2008 22:17
Liebes Tagebuch!
Vorhin hab ich euch ja von unserem Kulturtrip erzählt. Wie gesagt, nach 20 Minuten und einer Beinahekatastrophe war der schon wieder vorbei und wir bereiteten uns auf den schönen Teil des Tages vor (Essen, trinken, shoppen, amüsieren), da klingelte das Handy. Wer war dran? Natürlich unser Pressesprecher mit seinen Zeitungskollegen, die sich zu uns gesellen wollten. Das passte uns natürlich gar nicht, denn an freie Nachmittagsplanung war mit solchen. Aufpassern nicht zu denken (es sei denn mal will, daß es morgen gleich in der Zeitung steht). Ziegner machte mit einem energischen Kopfschütteln Kühne gleich klar, die Pressefuzzis möglichst unauffällig abzuwimmeln, ohne daß die gleich merken, daß sie unerwünscht sind. Also schickt man sie an einen Ort, von dem es a) mehrere gibt und b) von dem man nicht unter zwei Stunden Aufenthalt wieder wegkommt. Klaro, ein Basar. Wir suchten uns in der Zwischenzeit eine schöne Spelunke, in der man auch mal was fettiges essen kann, nicht nur Obst und Gemüse wie im Hotel. Das war erst recht ein cleverer Schachzug, denn davon gibt’s noch deutlich mehr mal als Basare. Hier finden die uns nie! Lange Rede, kurzer Sinn, selbst mit dem zweiten Hinweis “Cafe mit Döner” ließen sich unsere detektivischen Spürnasen nicht abschütteln. Jetzt wundert es mich wirklich nicht mehr, wie solche Verfolgungsjadgden mit unserem Präsi zustande kommen.
Nun hieß es also gute Miene zum bösen Spiel machen und den braven Profi geben. Daß wir darin echt gut sind, konnte man gestern in der OTZ nachlesen. Da stand doch tatsächlich was von kein Alkohol! Wenn der Tino wüsste… obwohl, die meiste Zeit des Tages halten wir uns echt an unser Abstinenzversprechen.
Der Nachmittag war jedenfalls im Eimer und Antalya vor weiteren Schäden sicher. Wir machten uns frustriert auf die Heimreise, nicht jedoch ohne Massenweise Plunder für’s Wichteln mitzunehmen. Stefan fand zum Beispiel einen formschönen Weihnachtsmann, Ziegner besorgte was nettes aus dem “Oriental-Erotic-Shop” und Günther eine wunderbare Plastikgitarre mit allerlei Lämpchen und Sounds. Bin ja schon mal gespannt, was die anderen so auffahren.
Nur was macht man jetzt in der Zeit zwischen 17:00 und 22:00? Wieder ins Hotel und die Zimmer der anderen durchwühlen? Ach näää. Lieber mal in Belek nach Spielhöllen Ausschau halten. Und siehe da, es fand sich ein verstecktes Örtchen mit abgedunkelten Scheiben. Wunderbar, da gehen wir mal rein. Leider fanden sich dort keine Spielautomaten und Dartboards, sondern nur kräftige Kerle in viel zu engen Lederklamotten mit Oberlippenbärten und komischen Käppis. Mir schwante böses und wollte einen geordneten Rückzug vorschlagen, aber Ziege und Günther hatten doch noch ein Dartboard entdeckt. Man kann nur von Glück reden, daß Zieges unaufällig braune Tüte aus dem Erotic-Shop nicht falsch interpretiert wurde.
Recht unentspannt lehnte ich den Rest des Abends mit dem Rücken an der Wand, ehe die beiden genug hatten und zum Aufbruch bliesen. Immerhin war 23.00 Zapfenstreich und den wollten wir nicht verpassen, der Windisch steht sicher vor dem Eingang und zählt durch. Die Bescherung wurde auf morgen verschoben und so ging es schiedlich friedlich in die Heia (man mag es kaum glauben, aber so war es).
Was heute passierte, erfahrt ihr morgen. Bis denn.
Thema: Geheimes Tagebuch | Kommentare (303) | Autor: Geheimer Tagebuchschreiber











